Epilepsie in einer Partnerschaft

Diese ist ein Erfahrungsbericht von mir über meine Partnerschaft zu einer Epilepsiekranken.

Als ich 1983 meine jetzige Frau kennen lernte, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, das ich einmal mit der mir noch unbekannten Krankheit Epilepsie zu tun haben würde. Nach kurzer Zeit erklärte mir meine Freundin, dass sie unter Epilepsie leidet, unter der ich mir immer noch nichts vorstellen konnte. Als ich dann den ersten Anfall mitbekam wurde mir schnell klar um was es sich dabei handelt. Dass ich beim ersten Mal erschreckt und ratlos war erscheint mir im nachhinein völlig normal. Als ich den ersten Schreck überwunden hatte setzte ich mich ernsthaft mit der Krankheit auseinander. Wir redeten am Anfang viel über die Krankheit und ich merkte dass meine Freundin durch das Reden auch besser mit ihrer Krankheit zurecht kam. Heute sind wir schon lange verheiratet und immer noch glücklich.                Ralph Kömmlinger

Fazit dieses Berichts ist unter anderem:

Man sollte nie zu lange warten um dem Partner zu unterbreiten, dass er mit der Krankheit Epilepsie konfrontiert wird. Dies sollte geschehen, bevor der Partner einen Anfall mit ansehen muss, da er sonst sehr geschockt sein könnte. Man sollte mit dem Partner offen und sachlich über die Krankheit reden und ihn über die Epilepsie so gut wie möglich aufklären. Als erstes sollte man ihm erklären wie er sich bei einem Anfall verhalten sollte. Wenn ein Partner gut mit der Epilepsie zurecht kommt, hilft dies meist auch dem Betroffenen besser mit der Krankheit klar zu kommen, denn die innere Ruhe und Ausgeglichenheit hilft unter Umständen die Anfallszahl zu verringern oder sogar zu vermeiden.

Psychische Belastungen von Angehörigen:

Auch wenn der betroffene Partner immer wieder versichert man solle keine Angst um ihn haben ist es doch so, dass im Hinterkopf immer diese ihr Unwesen treibt. Im Alltag treten immer wieder Situationen auf, wo die Angehörigen am liebsten eingreifen würden. Aber um das Selbstvertrauen des Betroffenen nicht zu schwächen, sollte man im Hintergrund bleiben und seine Ängste am besten verbergen. Nicht nur als Betroffener hat man eine psychische Belastung sondern auch die Angehörigen stehen immer unter einen gewissen psychischen Druck, den sie nicht zeigen, aber mit dem Partner offen darüber reden sollten. Wenn ein Partner eines Betroffenen nicht mit der Epilepsie klar kommt und nicht darüber geredet wird, kann das zu schwierigen Problemen führen und nicht gerade die Beziehung fördert. Das Zusammenleben von Betroffenen und Nichtbetroffenen sollte immer eine offene Beziehung sein wo die Epilepsie kein Tabuthema ist, sondern offen darüber geredet wird. Hierbei kann ein Besuch in einer Selbsthilfegruppe meist gut helfen.