Informationen zu Epilepsie Hunden die vor einem Anfall warnen können

Blindenhunde sind wahrscheinlich die bekanntesten Diensthunde für den Menschen. Aber auch für einige Epilepsie - Betroffene kann der Hund ein treuer Helfer sein. Am 9. Januar 2001 wurde in der Süddeutschen Zeitung in einem ausführlichen Bericht darüber geschrieben: Die Idee, dass Hunde als ,,Frühwarnsystem" Betroffenen helfen können, sich rechtzeitig bevor der Anfall da ist, in eine sichere Position zu bringen, stammt aus den USA und wurde Mitte der achtziger Jahre in Europa umgesetzt. Erwähnt wurde die Reha Hundeschule im Österreichischen Ilztal und die Hundeschule ,Support Dogs" im engl. Sheffield, wo Hunde ausgebildet werden, die Epilepsie - Patienten vor einem Anfall warnen können! Es gibt auch Adressen in Deutschland. In den USA riefen solche Hunde seit Jahren wachsendes Interesse hervor.

Es werden spezielle Ausbildungsprogramme dafür eingesetzt, um die Vierbeiner dafür sensibel zu machen. So sagt Val Strong (Trainerin in Sheffield), dass sensible Hunde lernen können, verschiedenste Signale im Vorfeld eines epileptischen Anfalls zu deuten. Veränderungen des Gesichtsausdrucks seien dabei ebenso bedeutsam, wie ungewöhnliche Gestik oder geweitete Pupillen. Sie hatte gemeinsam mit Neurologen im vergangenen Jahr nachgewiesen, dass geschulte Hunde einen epileptischen Anfall tatsächlich im voraus erahnen und ihre Halter alarmieren können. Bei den Hundehaltern vermindere sich sogar die Häufigkeit der Anfälle. Allerdings hat das damit zu tun, dass das Gefühl, die Anfälle vorhersagen zu können, und so die Krankheit besser kontrollieren zu können, bei einigen Betroffenen wahrscheinlich den Stress reduziert - und dadurch die Krampfanfälligkeit.

Auch Roger Reep bestätigt, dass manche Hunde ein feines diagnostisches Gespür besitzen können. Er ist Neuroforscher an der Universität Florida. Bei einer noch unveröffentlichten Befragung von mehreren hundert Betroffenen stellte er fest: Von jenen Patienten, die einen Hund besaßen und mindestens einmal pro Monat einen Anfall erlitten, hatten zehn Prozent ein typisches Verhalten ihres Tiers im Vorfeld des Anfalls beobachtet. Und fünf Prozent gaben an, dass  ihr Hund sie zu alarmieren versuche. Interessant dabei ist, dass die Hunde ihr Warnverhalten mindestens einige Minuten, manchmal eine halbe Stunde im Voraus zeigten. Dagegen setzt die Aura bei einigen Betroffenen erst 30 bis 60 Sekunden vor dem Krampf ein. Möglicherweise reagieren die Hunde bereits auf geringste Geruchssignale, da sie eine 300-fach empfindlichere Nase haben im Vergleich zum Menschen, so Reep. Vorstellbar sei, dass sich vor einem epileptischen Anfall unter dem Einfluss des vegetativen Nervensystems auch die Aktivität der Schweißdrüsen verändere.

Wichtig dabei ist allerdings, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund auf Vertrautheit und Loyalität basiere. Je inniger die Beziehung ist, um so besser! Das bestätigte auch Ivo Klauck, ein Betroffener mit schweren Grand-Mal-Anfällen aus Berlin, der sich ganz auf seinen Zwergschnauzer verlassen konnte. Dieser warnte ihn, indem er sich auf seine Hinterpfoten stellte und seinen Arm mit den Vorderpfoten umklammerte. So habe er dann den Anfall in sicherer Umgebung abgewartet.