Informationen zu Diagnosen und Behandlungen der Geschichte

Epilepsie-Diagnostik in der griechisch-byzantinischen Medizin

Der griechische Arzt Alexandros von Tralleis (525-605) empfahl zur Diagnostik einer Epilepsie: "Wasche dem Anfallkranken den Kopf und beräuchere seine Nase mit einem Ziegenhorn - er wird hinstürzen." (In der Antike galt die Ziege als das Säugetier, bei dem es am häufigsten zu epileptischen Anfällen kommt)

Epilepsie-Diagnostik im alten Rom

In römischer Zeit war es üblich, einen Menschen bei "Epilepsie-Verdacht" an einem Gagat-Stein (Pechkohle) riechen zu lassen. Wenn der Betreffende bei dieser Riech-Probe nicht im Anfall zu Boden stürzte, galt er als "Fallsucht-frei". (Diese Prozedur war zeitweise beim Sklavenverkauf üblich.).

Eine ähnliche Probe wurde mit der Töpferscheibe vorgenommen: Beim Blick auf die sich drehende Scheibe fiel der Anfallkranke zu Boden. Es ist denkbar, dass es sich im "positiven Fall" um Menschen mit einer so genannten Photosensibilität handelte: Bei entsprechender Veranlagung sind Flackerlicht oder glitzernde Oberflächen in der Lage, epileptische Anfälle auszulösen

Epilepsie-Diagnostik im christlichen Mittelalter

Im christlichen Mittelalter, als die Erkenntnis über die natürliche Ursache der Epilepsie wieder in Vergessenheit geriet und die Ursache des Leidens mit Teufeln, bösen Geistern und Dämonen in Verbindung gebracht wurde, änderte sich das "therapeutische Vorgehen" entsprechend: Gebete, Fastenübungen, Opfer, Wallfahrten und Exorzismen waren die Grundpfeiler der "Behandlung". Viele Heilige wurden um Fürsprache bei Gott angefleht.