Welchen Behinderungsgrad (MdE) kann man bei einem Antrag erwarten

Epilepsiekranke Menschen haben es im Privatleben und in der Berufswelt oft nicht leicht. Es ist keine Schande einen Behindertenausweis zu beantragen, denn es steht keinem auf die Stirn geschrieben.

 

Vorteile je nach Einstufung (meist ab 50%):

Steuerliche Vorteile bei der Lohn– oder Einkommenssteuererklärung, Ermäßigungen bei Veranstaltungen, Eintrittskarten, Bahn oder Busfahrten. einen Arbeitsplatz nach dem Schwerbehindertengesetz u.v.m.

 

Nachteile je nach Einstufung:

Probleme bei der suche einer Arbeitsstelle falls er nach Schwerbehinderung gefragt wird. Ansonsten sehen wir als Betroffene und als Selbsthilfegruppe keinen Grund einen Behindertenausweis nicht zu beantragen.

Hier ist eine grobe Einstufung epileptischer Anfälle je nach Art schwere, Häufigkeit und tageszeitlichen Verteilung:

 

ganz selten: 30%

Nach drei Jahren Anfallsfreiheit bei weiterer Notwendigkeit antikonvulsiver Behandlung.

 

sehr selten: 40%

generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von mehr als einem Jahr und kleine einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Monaten.

 

selten: 50% - 60%

generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von Monaten und kleine einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Wochen.

 

mittlere Häufigkeit: 60% - 80%

generalisiert [große] und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von Wochen und kleine einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Tagen.

 

häufig: 90% - 100 %

generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle wöchentlich oder Serien von generalisierten Krampfanfällen, von fokal betonten oder multifokalen Anfällen, und einfach-fokale Anfälle täglich.

 

Ein Anfallsleiden ist abgeklungen, wenn ohne Medikamente drei Jahre Anfallsfreiheit besteht. Ohne nachgewiesene Hirnschaden ist dann kein GdB/MdE mehr anzunehmen.

Rechtsanspruch zur Frage nach der Schwerbehinderteneigenschaft

Das Bundesarbeitsgericht hat in einer ergangenen Entscheidung seine bisherige Auffassung bestätigt und entschieden:

Die Frage des Arbeitsgebers nach de Schwerbehinderteneigenschaft eines Stellenbewerbers ist uneingeschränkt zulässig. Wird diese Frage wahrheitswidrig – also falsch – beantwortet, rechtfertigt dies für den Arbeitgeber die Anfechtung des Arbeitsvertrages wegen arglistiger Täuschung.

 

Hiervon zu trennen ist: ungefragt muß ein Stellenbewerber nicht angeben, dass er Schwerbehinderter ist. Eine automatische Offenbarungspflicht hinsichtlich der Schwerbehinderteneigenschaft besteht nicht.

 

GdB (Grad der Behinderung) oder MdE (Grad der Erwerbsunfähigkeit)