Informationen zur den verschiedenen Anfallarten der Epilepsie

Klonische Anfälle:

Bei fokalen, klonischen Anfällen kommt es zu rhythmischen Zuckungen in einer Körper-region, z.B. der Hand oder dem Gesicht. Wenn ein epileptischer Anfall klonisch in einer Körperregion beginnt, ist das Bewusstsein häufig nicht gestört. Bei generalisierten klonischen Anfällen ist der ganze Körper von regelmäßigen Zuckungen betroffen. Bei dieser Anfallsform ist es für den Arzt wichtig zu wissen, in welchem Körperteil und auf welcher Körperseite die Zuckungen begonnen haben und wie lange der Anfall gedauert hat.

Myoklonische Anfälle:

Myoklonische Anfälle laufen im Gegensatz zu klonischen Anfällen unrhythmisch und ruckartig ab. Sie betreffen häufiger einzelne Muskelgruppen. Die Anfälle sind sehr kurz und dauern gelegentlich nur Bruchteile einer Sekunde. Kommt es zu heftigen generalisierten Myoklonien, folgt meist die Erschlaffung der Muskulatur, die zu Stürzen führen kann. Diese Anfallart ist weit verbreitet und nicht alle Anfälle sind eine Epilepsie.

Tonische Anfälle:

Bei generalisierten tonischen Anfällen kommt es zu einer nahezu seitengleichen, anhaltenden Verkrampfung von Armen und Beinen. Der Kopf wird leicht nach vorne gebeugt, die Schultern und die Ellenbogen werden angehoben, die Arme sind im Ellenbogengelenk leicht gebeugt und nach innen gedreht, die Hände sind häufig zur Faust geballt. Die Beine sind gestreckt und nach innen gedreht. Tritt der Anfall im stehen ein, stürzt die Person wie ein Baum zu Boden. Schutzreflexe der Person gibt es in diesem Moment nicht, darum ist die Verletzungsgefahr recht groß. Nicht Selten kommt es bei dieser Anfallsform zu einem Urinabgang.

Psychomotorische Anfälle:

Charakteristisch für diese Anfallsform sind „sinnlose“, automatische Bewegungsabläufe, die in sehr unterschiedlicher Ausprägung vorhanden sind. Im Kopfbereich kann es zu Schmatzen, Schnalzen mit der Zunge, und schlucken kommen. Manchmal werden sinnlose Wort oder Wortfetzen gesprochen und die Augen weit aufgerissen.

Hypermotorische Anfälle:

Bei dieser Anfallsform kommt es zu sehr heftigen, sinnlosen automatischen Bewegungsabläufen, die aber im Schulter und Hüftbereich liegen.

Absencen:

Bei dieser generalisierten Anfallsform steht eine Bewusstseinsstörung im Vordergrund. Die Anfälle sind in der Regel sehr kurz und der Betroffene ist wie ausgeschaltet. Sie kommen und gehen abrupt. Diese Anfallsform ist schwer zu erkennen, da meist der Eindruck von Verträumtheit oder unkonzentriert sein entsteht.

Generalisierte tonisch-klonische Anfälle:

Diese Anfallsform ist in der Allgemeinbevölkerung der bekanntste. Die ältere Bezeichnung Grand mal ist nach wie vor sehr gebräuchlich. Bei dieser Anfallsart kommt es oft zu krampfartigen Zuckungen, Atemnot, Schaum vor dem Mund und Stürzen. Hier sollte man den Betroffenen nach dem Anfall in eine stabile Seitenlage bringen um ein ersticken zu vermeiden.